Das Flachdach – eine historische Konstruktion

 

Ein Flachdach ist nicht immer gleich Flachdach

 

Das Flachdach gehört zu den ältesten Dachkonstruktionen in der Geschichte der Menschheit. Große Hallenbauwerke mit umspannenden Flachdächern wurden erstmals in der Zeit der Industrialisierung errichtet. Gleichzeitig mussten zuverlässige Materialien für die Flachdachabdichtung gefunden werden. Einer der Vorläufer für Dichtungssysteme aus Kunststoff waren Teer- oder später dann Bitumenbahnen. Vor über 50 Jahren begann die Zeit der modernen Flachdachlösungen mit Dach- und Dichtungsbahnen aus Polyisobutylen (PIB).

 

Die Materialeigenschaften wurden seither kontinuierlich optimiert. Dachbahnen aus PVC (Polyvinylchlorid) zur Abdichtung sind seit den 60er-Jahren erhältlich. Ob nostalgischer Bungalow aus den 60er-Jahren oder als modernes Solar- und Gründach – das Flachdach bleibt immer en vogue! Wie lange so eine Dachfläche jedoch buchstäblich dicht hält, hängt immer von einer guten Planung und sorgfältigen Realisation ab. Werden aktuelle Richtlinien befolgt und die Realisation sorgfältig ausgeführt, so kann ein Flachdach über viele Jahrzehnte zuverlässig halten.

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Wann ist ein Flachdach ein Flachdach?

 

Welche Dachneigung bestimmt eigentlich ein Flachdach? Dazu gibt es mehrere Erklärungsversuche. Aufgrund der geringen Dachneigung eines Flachdachs ist eine schuppenartige Deckung nicht möglich. Die niedrigste mit Dachziegeln mögliche Dachneigung liegt bei etwa elf Grad. Dächer unter diesen elf Grad könnte man als Flachdächer bezeichnen. Laut der DIN 18531 werden für die Planung und Konstruktion von Dachabdichtungen verschiedene Dachneigungsgruppen unterschieden. Danach sind die Gruppen I (5 Prozent Dachneigung) und II (5 bis 9 Prozent Dachneigung) Flachdächer.

 

Der Zentralverband des Dachdeckerhandwerks gibt Richtlinien für Flachdächer heraus, die ein Mindestgefälle von 2 Prozent oder besser noch 5 Prozent fordern. Dächer unter einer Neigung von 2 Prozent sind Sonderkonstruktionen. Dächer zwischen 10 Grad und 20 Grad sind sogenannte flachgeneigte Dächer. Dächer mit einer Neigung von mehr als 20 Grad nennt man Steildächer. Flachdächer unterscheiden sich auch nach Art der Nutzung. So gibt es nicht genutzte oder extensiv begrünte Dachflächen. Genutzte Dachflächen können begehbar (z. B. Terrassen, Balkone), befahrbar (z. B. Parkdecks, Hofkellerdecken) oder bepflanzt (z. B. Dachflächen in intensiver Begrünung als Dachgarten) sein.

Das Flachdach – Vor- und Nachteile

 

Denken Sie über ein Flachdach nach, dann beachten Sie bitte folgende Vorteile: Die Dachhaut verfügt über ein geringes Eigengewicht und Dachterrassen bzw. Gründächer lassen sich mit einem Flachdach realisieren. Innenbereiche können auf natürliche Weise belichtet werden. Die Nutzflächen bieten raumhohe Stellflächen für verschiedenste Möbel und Einrichtungsgegenstände. Ein Flachdach bietet Ihnen die Möglichkeit Gebäudelüftungen oder großflächige Solaranlagen zu installieren. Flachdachsysteme mit nur leicht geneigten Dächern ohne Dachabläufe verhindern aber das zügige Ablaufen von Regen. Selbst minimale Fehlstellen in der Dachabdichtung führen mittel- und langfristig zu erheblichen Schäden. So kann das Mindestgefälle von 2 Prozent in den Flachdachrichtlinien durch versehentliche Unebenheiten in der Dachhaut, jahrelange Verschmutzungen, überlappenden Dichtungsbahnen oder Verformungen des Tragwerks zu einer gefällefreien Fläche werden.

 

Zu den häufigsten Problemen gehört die Blasenbildung infolge von Fehlstellen beim Auftragen der Dachbahnen. Die logische Konsequenz: Es bilden sich Risse. An solchen Fehlstellen schließt sich oft Luft ein, die dann unter dem bituminösen Dach durch die Sonne erwärmt wird und die Oberfläche ausdehnt. Auf die Abkühlung des Materials folgt die Erhärtung. Dann kann es nicht mehr auf den abnehmenden Innendruck der Blase reagieren und es entstehen Haarrisse, die sich allmählich ausweiten. Grundsätzlich birgt eine Dachabdichtung immer mehr Probleme als eine Dachdeckung. Eine dauerhafte Funktionalität eines modernen Flachdachs ist nur bei einer genauen Planung, Ausführung und regelmäßigen Inspektion gewährleistet. Deswegen müssen Flachdächer ständig inspiziert, gepflegt und gewartet werden. Das heißt, die gesamte Dachfläche, alle Anschlüsse und Fugen müssen einer regelmäßigen Kontrolle unterzogen werden. Diese muss mit gründlichen Pflegemaßnahmen wie das Beseitigen von Verunreinigungen und Ausbesserungsarbeiten einhergehen.

Das Flachdach – eine Frage der Abdichtung

 

Eine Dachabdichtung ist eine wasserabweisende Außenhaut. Diese Sie soll vor allem das stehende Wasser fernhalten. Die meist sehr großflächigen Abdichtungen dürfen keinerlei Fehlstellen aufweisen. Sogar eine kleine undichte Stelle führt über kurz oder lang zu einer Durchfeuchtung sowie zu größeren Schäden am gesamten Dachtragwerk oder an der Wärmedämmung. Normalerweise werden solche Abdichtungen beim Flachdachneubau oder bei der Sanierung ein- oder mehrlagig aus verschiedenen Bahnen verbunden oder mit Spachtelmasse nahtlos aufgespachtelt. Für eine wasserfeste Dachabdichtung stehen zwei Möglichkeiten zur Verfügung: bituminöse Auflagen oder Folienaufbau.

 

Die Bitumenbahnen sollten jedoch mindestens zweilagig sein. Wogegen Folienabdichtungen in der Regel einlagig ausgelegt werden. Auch lose aufgespannte Planen sind zusätzlich möglich. Zur Wärmedämmung empfiehlt sich zum Beispiel Mineralfaser, Polystyrol PS, Polystyrol EPS, Polystyrol XPS oder Schaumglas. Wobei die Wärmedämmschicht auch zur Realisierung des erforderlichen Mindestgefälles dienen kann. Eine Kiesschicht von 5 bis 10 Zentimeter bietet Schutz vor direkter Sonneneinstrahlung, Winden und physischen Schäden. Als Schutz der Oberfläche sind auch Plattenbeläge, Begrünungen, Schiefersplitt und keramische Einstreuungen möglich.

 

Letztlich ist die Wahl des Daches aber immer auch eine Geschmackssache. Schauen Sie sich doch mal bei unseren Häusern um, vielleicht ist auch etwas für Sie dabei.