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SPRECHENDE STIFTE UND HÜPFENDE KNETE – SO SEHEN KINDERZIMMER VON HEUTE AUS! (TEIL 2)

Kinderzimmer von heute – wie sie aussehen können, habe ich in Teil 1 gezeigt. In der heutigen Fortsetzung schaue ich mit kritischem Blick auf ein paar dieser Entwicklungen. Wie gesund ist Hüpfknete? Lieber vorlesen, oder von Stiften vorlesen lassen? Wie viel Digitales gehört ins Kinderzimmer? Vieles ist nicht pauschal zu beantworten, und natürlich müssen alle Eltern selber den eigenen Weg finden. Dafür möchte ich einige Tipps und Anregungen mit auf den Weg geben.

Wie gesund ist Hüpfknete?

Ein beliebtes Spielzeug heutzutage ist die Hüpfknete. Leider sei gesagt, dass Hüpfknete laut dem Bundesinstitut für Risikobewertung einen hohen Borsäuregehalt enthält. Das Institut warnt davor, dass diese beim Spielen durch Hautkontakt, Kauen oder Verschlucken aus der Hüpfknete gelöst wird. Das könnte, zumindest in größeren Mengen, zu gesundheitlichen Schäden führen.

Aber damit trotzdem geknetet und gehüpft werden kann, wie wär’s mit selber basteln? Da könnt ihr gleich Knete und einen Flummi selbst basteln und wisst genau, was drin ist.

Eine Anleitung zum Flummi selbst machen gibt’s hier.

Und wie ihr Knete selber machen könnt, lest ihr hier.

Tiptoi: Vorlesen, oder vorlesen lassen?

Tiptoi-Stifte mit den dazugehörenden Büchern sind in vielen Kinderzimmern nicht mehr wegzudenken.

Nun kann man es so sehen: Tiptoi-Stifte respektive -Bücher sind ein interaktives Lernspiel für Kinder, mit dem sie durch Audio-Elemente spielend lernen. Toll ist, dass sich Kopfhörer an die Stifte anschließen lassen, sodass Eltern, oder Tanten, sich nicht die ganze Zeit irgendwelche Stimmen und Tiere anhören müssen.

Auf der anderen Seite ist es doch schon schade, dass somit die gemeinsame Vorlesezeit um einiges verkürzt wird, da ja nun der Stift anstelle der Erwachsenen mit den Kindern redet. Außerdem gewöhnen sich Kinder so schon früh an mechanische Stimmen.

Für lange Autofahrten zum Beispiel ist Tiptoi aber ganz bestimmt eine gute Möglichkeit, die Kleinen bei Laune zu halten.

Big Data im Kinderzimmer

Bei dem sehr kontroversen Thema „Kinder und Digitales“ komme ich nicht umhin, einen kleinen Exkurs einzulegen. Denn treten Kinder zu früh in Kontakt mit elektronischen Medien, besteht die Gefahr, dass die mediale Welt sie überfordert.

„Kinder im Vorschulalter müssen zunächst lernen, mit ihrem Körper, ihren Gefühlen, der Welt und anderen Menschen in immer freierer Weise zurechtzukommen“, erklärte Till Reckert vom Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte der Deutschen Presse-Agentur. Bildschirmmedien seien hier „eigentlich ausschließlich hinderlich“.

In den Praxen würde beobachtet, dass „je mehr und je früherer Medienkonsum im Kindes- und Jugendalter, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass Kinder mit dem Leben und dann auch mit Medien nicht gut zurechtkommen“, so Reckert.

Um dieser Herausforderung zu begegnen, gibt es zum Glück viele Hilfestellungen für die Eltern. So hilft zum Beispiel die Initiative „SCHAU HIN! Was Dein Kind mit Medien macht.“ Familien bei der Medienerziehung. Susanne Rieschel, gelernte Lehrerin und Sprecherin der Initiative, hält von generellen Verboten der digitalen Technik für Kinder jedoch nichts. Statt zu Alarmismus rate „SCHAU HIN!“ zu Besonnenheit, nach dem Motto ‚Verstehen statt verbieten‘.

Wichtig sei, dass Eltern ihre Kinder beim Umgang mit Smartphones und Tablets und Co. aktiv unterstützen und begleiten. Hierzu gehören klare Regeln darüber, was gesehen werden darf und wann das Smartphone tabu ist.

Beispiele von „SCHAU HIN!“:

  • Hier wird erklärt, welche Form und welches Maß der Mediennutzung für Kinder von 1 bis 6 Jahren sinnvoll ist. Prinzipiell empfiehlt die Initiative, dass Kindern bis zum fünften Lebensjahr nur ab und zu eine halbe Stunde Bildschirmzeit erlaubt werden sollte.
  • Schön sind auch die „Goldene Regeln für Kinder von 3 bis 6 Jahren: TV & Film“.

Eine weitere gute Website ist klicksafe.de, eine EU-Initiative für mehr Sicherheit im Netz. Hier erhaltet ihr Unterstützung bei der langsamen Heranführung eurer Kinder ans Internet, PC-Spiele, Smartphone und Apps.

Darum sind Bücher so wichtig!

In meiner kleinen Umfrage über momentan angesagte Spielzeuge in Kinderzimmern fehlten mir die Bücher! Zum Glück fand ich durch Recherche schnell heraus, dass Kinder sehr wohl noch lesen.

Auch auf der Frankfurter Buchmesse quollen die Messestände mit Kinder- und Jugendbüchern über. Das ist fantastisch! Denn Bücher sind doch so wichtig. Das sage ich nicht nur als absoluter Bücher-Fan. Nein, Bücher sind ziemlich wichtig für die Entwicklung. Die erste Berührung mit Büchern ist das Vorlesen.

Forscher der Northern Arizona University haben in einer Studie über den Einfluss von elektronischem Spielzeug herausgefunden, dass mit Büchern der intensivste Austausch zwischen Eltern und Kindern stattfindet.

Wieso Vorlesen noch gut ist?

  • Es fördert Sprache! Nicht nur das Sprechen lernen, sondern auch Lesen und Schreiben als auch Konzentrationsfähigkeit werden unterstützt. Eine Folge ist außerdem ein großer Wortschatz.
  • Es entwickelt Fantasie, Kreativität und Empathie! Kinder erlangen beim Zuhören ein großes Vorstellungsvermögen, lernen aber auch, sich in andere hineinzuversetzen und kreativ zu sein.
  • Es macht Lust auf Lesen! Wer als kleines Kind viel vorgelesen bekommt, wird in der Regel später zur passionierten Leseratte.
  • Es schafft Momente der Geborgenheit, Ruhe und Nähe! In einem Alltag, der schon für die Kleinen oft anstrengend ist, sind solche gemütlichen Momente sehr wertvoll und Kraft spendend.
  • Es stärkt die Eltern-Kind-Bindung: Die gemeinsam verbrachten Momente sorgen für größeres Vertrauen und Bindung.

Es ist kompliziert. Ich wünsche allen (jungen) Eltern, einen richtigen Weg für sich und den Nachwuchs zu finden. Wie gesagt, mit das Wichtigste ist: Schaut hin, was eure Kinder tun!

Quellen:
Bfr.bund.de
dpa, auf Welt.de
Welt.de/Gesundheit/Psychologie
Kindergesundheit-info.de
Gesundheitstrends.com
Schau-hin.info

Bildquelle: istock.com | LightFieldStudios

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