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Weinlese: was Trauben noch alles so können

Die Hauptsaison der Weinlese neigt sich ihrem Ende zu, endlich kann der edle Tropfen genossen werden. Wusstet ihr, dass die Weinrebe eine der ältesten Kulturpflanzen der Menschheit ist und auch als Heilmittel von großen Medizinern, wie dem griechischen Arzt Hippokrates, gerne verwendet wurde? Also ich wusste das nicht. ;) Diese lange Geschichte ist Grund genug, dieses überraschend vielseitige Naturprodukt, das gerade frisch geerntet wird, genauer unter die Lupe zu nehmen.

 

Trester

Jeder kennt die Redewendung, aus Abfall Gold machen, so ungefähr wird das bei der Traubenpressung gemacht. Die festen Bestandteile der Beere, die bei der Pressung übrigbleiben, also der Abfall, werden Trester genannt und dieser findet auf unterschiedlichste Weise Anwendung. Aus Traubentrester entstehen durch Destillation Brände. Der Grappa ist einer seiner bekanntesten Vertreter.

Auch kann dieser Traubentrester als natürliches Düngemittel verwendet werden, denn ohne chemische Zusätze enthält es viele für die Pflanzenernährung wichtige Nährstoffe und Spurenelemente. Darüber hinaus wird Traubentrester in der Viehzucht als Futtermittel genutzt. Eine Studie der Universität Gießen und der FH Bingen hat hierbei sogar herausgefunden, dass Milchkühe, die mit Trester gefüttert werden, im Schnitt 3,6 Liter mehr Milch produzieren. Unabhängig von der Vielzahl an Verwendungsmöglichkeiten für den gesamten Trester werden die Traubenkerne aus dem Trester auch einzeln weiterverarbeitet.

 

Traubenkernöl

Jetzt schreiben wir mal über einen anderen sehr edlen Tropfen. Damit meinen wir nicht den hochwertigen Barrique-Wein, sondern das Traubenkernöl. Denn dieses Öl ist eine kleine Vitaminbombe samt mehrfach ungesättigten Fettsäuren. Kaltgepresstes Öl, auch oft gekennzeichnet mit „Traubenkernöl nativ“ oder „Traubenkernöl-bio“, eignet sich mit seinem markanten oft fruchtigen Geschmack sehr gut für Salate oder andere kalte Speisen. Zum Braten und Backen sollte nur das „raffinierte Traubenkernöl“ verwendet werden. Dieses wird bei der Herstellung bereits auf um die 190 Grad Celsius erhitzt. Dies hat zwar zur Folge, dass einige Vitamine und Antioxidantien zerstört werden. Zum anderen kann dieses immer noch hochwertige Öl mit viel gesunder Linolsäure ohne Bedenken auf bis zu 170 Grad Celsius erhitzt werden.

Je nach Verarbeitungsgrad wird für nur einen Liter Traubenkernöl bis zu 50 kg Traubenkerne benötigt, was eine beeindruckende Menge ist. Es scheint also tatsächlich ein ganz schön edler Tropfen zu sein.

 

Traubenkernpeeling

Auch als Beauty-Produkt kommt diese Beere zum Beispiel als Peeling zum Einsatz. Durch die antioxidantische Wirkung des Naturprodukts fördert ein Traubenkernpeeling die Kollagenbildung und somit die Elastizität der Haut. Dieses sanfte Peeling kann sowohl für das Gesicht, als auch für den restlichen Körper verwendet werden. Ideal also, um den ersten Zeichen der Hautalterung den Kampf anzusagen oder raue Stellen am Körper sanft und geschmeidig zu „rubbeln“. Häufig wird das reine Traubenkernpeeling auch mit Nüssen und Honig weiter verfeinert. Ein Grundrezept, um euch ein Peeling selber zu machen findet ihr hier: http://www.elle.de/vinotherapie-276206.html

 

Traubensaft und Traubengelee

Zu einer guten Traubensaftschorle kann kaum einer „Nein“ sagen. Mit einem Entsafter gelingt es einem sehr einfach den Saft vom Trester zu trennen. Aber auch ohne Entsafter, kommt ihr mit ein bisschen Arbeit durch erhitzen, zerstampfen und sieben an dieses köstliche Getränk. Aus diesem Traubensaft lässt sich dann auch ein leckeres Gelee zubereiten. Hier haben wir für euch drei unterschiedliche Rezepte für Traubengelee. Viel Spaß beim Zubereiten und lasst es auch schmecken.

Rezepte von kuechengoetter.detobias kocht! und brotecke

So manch einer fragt sich jetzt, da fehlt doch noch was. Was ist mit Wein? Natürlich gibt es den auch noch. Und das in

 

verschiedensten Sorten und Preisklassen. Vielleicht erzählen wir euch nächstes Jahr an dieser Stelle eine Geschichte über dieses Getränk. Ein Gläschen neuen Wein trinken und Zwiebelkuchen essen, darf man aber natürlich jetzt schon – lasst es euch schmecken und viel Spaß beim Ausprobieren des Peelings, oder der Gelees.

 

Quellen: 

www.traubenkernoel.net

www.wellnessurlaub.it/traubenpeeling

www.traube.org/traubenprodukte

www.gofeminin.de/kosmetik-mit-trauben

www.schneckenzaun.com/humulus

www.bauernzeitung.at

www.spirituosen-verband.de/tresterbrand-oder-trester

www.elle.de/vinotherapie

 

Bildquellen: 

Pixabay: jill111 | stux

 

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